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Yttrium: Wie der Handelsstreit mit China den Preis für Seltene Erden auf ein Rekordhoch treibt

  • 5. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit
Fotografie von weißem Yttriumoxidpulver in einer flachen, runden Glasschale. Das feinkörnige Pulver liegt auf hellem Hintergrund und symbolisiert den Rohstoff Yttriumoxid, der in der Industrie und Hochtechnologie eingesetzt wird.

Quelle: Noble BC


Der Markt für Seltene Erden steht aktuell unter starkem Druck – mit einer besonders auffälligen Entwicklung bei Yttrium. Dieses seltene Metall gehört zur Rohstoffgruppe der Seltenen Erden, die in vielen Hightech-Anwendungen unverzichtbar sind. Die jüngste Preisentwicklung macht deutlich, wie stark der globale Rohstoffmarkt von politischen Entscheidungen und Lieferketten abhängig ist.


Warum Yttrium plötzlich im Fokus steht

Yttrium wird vor allem in Form von Yttriumoxid gehandelt, einem Rohstoff, der in der Hightech-Industrie vielseitig eingesetzt wird – von medizinischen Geräten über Lasertechnologien bis hin zu Hochleistungswerkstoffen in der Luft- und Raumfahrt. Seine Bedeutung wächst, weil technologische Anwendungen immer anspruchsvoller werden.


Im Jahr 2025 hat Yttrium einen dramatischen Preisanstieg erlebt: Von einem Preis deutlich unter 8 US-Dollar pro Kilogramm Ende 2024 bis zu etwa 126 US-Dollar pro Kilogramm Anfang November – ein Anstieg von nahezu 1 500 % in wenigen Monaten.


Diagramm zur Preisentwicklung von Yttriumoxid. Die Grafik zeigt einen starken Preisanstieg von unter 50 Euro pro Kilogramm auf rund 280 Euro pro Kilogramm bis Anfang 2026. Der Verlauf steigt stufenartig an und erreicht ein hohes Preisniveau, das zum Ende des Zeitraums weitgehend gehalten wird. Angegeben ist ein durchschnittlicher Großhandelspreis von 278,96 Euro pro Kilogramm am 3. Februar 2026.


Handelsstreit und Exportkontrollen: China im Zentrum

Auslöser für diesen massiven Preissprung sind die verschärften Exportkontrollen Chinas. China dominiert den globalen Markt für Seltene Erden – nicht nur im Abbau, sondern vor allem in der Weiterverarbeitung und im Export. Als Folge von politischen Spannungen und Handelskonflikten, insbesondere mit den USA, hat Peking die Ausfuhr von Yttrium und anderen seltenen Erden erheblich eingeschränkt.

Diese Exportbeschränkungen führen zu einer deutlichen Verknappung des Angebots auf dem Weltmarkt. Zwar gab es später teilweise Signale zur Lockerung bestimmter Lieferungen, doch die Unsicherheit bleibt hoch – solange keine klaren, verlässlichen Regelungen zwischen China und seinen Handelspartnern bestehen.


Strukturelle Abhängigkeit und Nachfrage

Die große Herausforderung: Die globale Rohstoffversorgung ist weiterhin stark von China abhängig. Laut Daten des US Geological Survey kamen in den vier Jahren bis 2023 mehr als 90 % der US-Importe von Yttrium aus China.

Hinzu kommt, dass Yttrium technisch kaum substituierbar ist. Anwendungen in Medizintechnik, supraleitenden Materialien, Lasern und speziellen Keramiken sind technologisch anspruchsvoll und erfordern genau diese Rohstoffqualität – ohne echte Alternative.


Reaktionen außerhalb Chinas

Als Antwort auf diese Abhängigkeiten verstärken Länder wie die USA und Australien Bemühungen, eigene Produktions- und Lieferketten aufzubauen. So versucht etwa das US-Unternehmen MP Materials, zusätzliche Verarbeitungskapazitäten aufzubauen, um weniger abhängig von chinesischen Lieferungen zu sein. völlig unabhängig erzeugte Kapazitäten außerhalb Chinas sind jedoch noch nicht in ausreichender Größe vorhanden, um die Nachfrage kurzfristig zu decken.


Auch australische Produzenten wie Lynas Rare Earths arbeiten daran, Yttrium und andere Seltene Erden aus eigenen Projekten zu liefern – ein Schritt, der langfristig zu mehr Wettbewerb und Versorgungssicherheit beitragen könnte.


Was bedeutet das für Anleger?

Die Entwicklung bei Yttrium zeigt exemplarisch, wie eng geopolitische Faktoren, strukturelle Abhängigkeiten und technologische Nachfrage miteinander verknüpft sind. Preissprünge von mehreren hundert Prozent innerhalb kurzer Zeit sind ein Hinweis darauf, dass das Angebot selten und die Nachfrage gleichzeitig hoch ist – ein klassisches strukturelles Ungleichgewicht.


Für Anleger und Anlegerinnen bedeutet dies:

  • Rohstoffe, die in Schlüsselindustrien benötigt werden, können sehr schnell zu Versorgungsknappheiten und Preisverwerfungen führen.

  • Politische Entscheidungen – wie Exportkontrollen – haben direkte Auswirkungen auf Preise.

  • Diversifikation über unterschiedliche Rohstoffe kann Risiken reduzieren.


Während Yttrium selbst kein klassischer Edelmetall-Investitionsmarkt ist wie Gold oder Silber, unterstreicht seine Entwicklung doch eine grundlegende Realität: Der Wert strategischer Rohstoffe entsteht nicht nur durch Nachfrage, sondern vor allem durch Knappheit und politische Rahmenbedingungen. 

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